Rio Tag 19 – Complexo do Alemão – 14 Favelas – 500.000 Menschen

Dass die Stadt Rio de Janeiro einen extremen Kontrast zwischen Arm und Reich deutlich macht, hatten wir bei unseren Streifzügen durch die Stadt schon hautnah erlebt. So empfangen Portiers in feinem Anzug noch feiner gekleidete Menschen in Luxushotels und keine 10m davon entfernt schlafen Menschen, mit Pappkartons zugedeckt, in einer Seitenstraße. Weiterhin wurde in Gesprächen mit Bekannten und Verwandten, die Rio schon einmal besucht hatten, immer wieder deutlich, dass die Gefahr Opfer eines Überfalls zu werden sehr hoch ist. Dass Brasilien aber etwas gegen das Image, was außerhalb des Landes kommuniziert wird, unternehmen möchte, hatten wir in einigen Dokumentationen schon erfahren. Gerade die als so gefährlich eingestuften Armenviertel, die Favelas, waren immer wieder Gesprächsthema für die wildesten Geschichten.

Favelas Rio de Janeiro

Wir wollten uns jedoch selber ein Bild machen und entschlossen uns den Complexo do Alemão zu besuchen, ein Zusammenschluss von über 25 Siedlungen und insgesamt 14 Favelas. Schätzungen unserer Reisebegleiterin zu Folge sollen hier über 500.000 Menschen leben. Der Name des Viertels bedeutet übersetzt „Bereich des Deutschen“ und ist irrtümlich entstanden. Denn der einstige Besitzer dieser riesigen Gegend war ein Pole, der für einen Deutschen gehalten wurde. Der Name hat jedoch bis heute Bestand und ist ein Paradebeispiel, wie gerade in diesem riesigen Areal der Versuch der brasilianischen Regierung unternommen wird, den Bewohnern einen Anschluss an das normale Leben zu ermöglichen. Denn seit Juli 2011 verkehrt eine hochmoderne Gondelbahn über den Dächern des Viertels. Wie uns von einem der Mitarbeiter erzählt wurde, beliefen sich die Kosten auf mehrere Millionen Dollar. Nun ist die Gondelbahn der ganze Stolz der Nachbarschaft. Relativ unscheinbar wirkt die erste von fünf Stationen. Doch bereits wenige Momente nachdem die Gondel ihre Fahrt aufgenommen hatte, verschlug es uns die Sprache. Häuser einfachster Bauweise soweit das Auge reicht, unglaublich, so etwas hatten wir in dieser Dimension noch nicht gesehen.

Rio de Janeiro Armenviertel

Die 25-minütige Fahrt bis zur letzten Station erlebten wir wortlos. Oben angelangt wurden wir jedoch ruckartig aus unserer Starre erweckt, weil jede Menge Händler ihre Holzschnitzereien und Getränke an den Mann bringen wollten. Wir wurden auch sofort angesprochen eine Tour durch das Viertel mitzuerleben. Leider war unser Terminplan wieder eng gestrickt und so reichte unsere Zeit nur für ein Wasser und eine kleine Mittagspause. Unser Fazit lautet: „Das Image von Gefahr und Kriminalität, was nach außen verbreitet wird, sollte überdacht werden. Ein Besuch fernab der touristischen Zentren gehört bei einem Besuch der schönsten Stadt der Welt also definitiv zum Pflichtprogramm.“

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