Rio Tag 11 – grüne Idylle inmitten einer Metropole

Unser Tag war erneut von früh bis spät verplant. Wenn man bedenkt, dass wir im Urlaub sind, bleibt wirklich wenig Luft zum Durchatmen. Denn unsere Rio-Spezialistin wartete bereits 9Uhr vor unserem Apartment, um mit uns die Stadt zu erkunden. An das Verkehrschaos haben wir uns schon längst gewöhnt und dennoch ist es ein wirklich zäher Kampf von A nach B zu kommen. Quietschende Reifen, der Geruch der Abgase und das Hupen der Autos sorgen an jeder Ecke für ein Konzert der besonderen Art. Momente der Ruhe sucht man hier vergebens, dachten wir jedenfalls. Und so war es für uns eine außerordentliche Überraschung als sich der Tijuca Nationalpark wie eine grüne Idylle vor uns ausbreitete. Wo gerade noch das Verkehrschaos tobte, eröffnete sich in vor unseren Augen, eine grüne Oase mit Lianen und urwaldähnlichen Gewächsen. Je weiter wir die enge Straße befuhren, desto ruhiger wurde es. Wir machten Halt an einer kleinen Aussichtsplattform und konnten einen fantastischen Ausblick auf die Stadt erhaschen. Ein überwältigender Kontrast von Beton und Natur. Wie wir erfuhren, wurde bereits 1861, vom naturverliebten Kaiser Dom Pedro II, ein botanischer Garten angelegt. Wissenschaftler behaupten sogar, dass der daraus entstandene Park die Temperatur um bis zu 4°C in Rio reduziert. Gerade im Sommer, wo erdrückende 40°C normal sind, eine echte Wohltat. Es war auch für uns spürbar, dass die Luft eine komplett andere war, als im dicht befahrenen Stadtinneren.

Rio de Janeiro

Unsere Fahrt führte uns weiter vorbei an pompösen Luxusvillen, versteckt hinter hohem Stacheldraht und bewacht von Sicherheitsleuten. Hier haben sich früher die Reichen und Schönen niedergelassen. Leider war der allumspannende Dschungel ein ideales Versteck für Langfinger und so ereignete sich eine Vielzahl von bewaffneten Raubüberfällen. Das Viertel war kaum noch sicher und so stehen einige dieser wunderschönen Häuser leer und werden zum Verkauf angeboten. Wer sich also eine Horde von Wachpersonal leisten kann, kann hier ein echtes Schnäppchen machen, denn die Preise sind extrem gefallen. So kann man ein nettes Anwesen hier „schon“ für 2 Millionen Euro ergattern. Der letzte Stopp unserer Tour war ein Wasserfall. Hier hatten wir die Möglichkeit für ein paar Momente der Ruhe und konnten die wohltuende Stille genießen. Denn außerhalb des Parks waren alle schon fleißig damit beschäftigt, sich für das Spiel der brasilianischen Mannschaft vorzubereiten.

Fußball Weltmeisterschaft 2014

Wir hatten uns dieses Mal entschieden das Spiel in einer Sambaschule zu sehen. Wir waren die einzigen Gringos, sprich wir inmitten der Einheimischen. Leider war die Stimmung nicht so wie wir uns das von den fußballverrückten Brasilianern vorgestellt hatten. Ca. 500 Leute machten in dem riesigen Sambatempel so viel Stimmung wie wir beide in der Deutschlandbar zusammen. Auf Nachfrage wurde uns mitgeteilt, dass die Brasilianer stille Genießer seien und kaum etwas mit Gesängen oder Schlachtrufen am Hut haben. Zum Glück fielen jede Menge Tore und so sah man doch noch den ein oder anderen brasilianischen Hüftschwung…

Mehr lesen

jetzt teilen…

PREMIUMPARTNER

Werbepartner